Aktueller Hinweis:

Am 25. Oktober 2015 musste auf Anstrengung der grün-roten Landesregierung TransnetBW alle Anlagen-Daten, angeblich aus Datenschutzgründen, aus dem Internet nehmen. Die grün-rote Landesregierung will ganz offensichtlich verhindern, dass Bürger und Bürger-Initiativen weiterhin Einblick in das Desaster der baden-württembergischen Windkraft haben und die katastrophalen Ergebnisse nachschlagen und thematisieren können. Wir steuern hier wohl eindeutig auf eine DDR 2.0 zu, in der dem Bürger alle Informationen vorenthalten werden, die den Regierigen unliebsam sind. Man kann sich nur über unsere Medien wundern, die diese Form von Zensur ganz offensichtlich mittragen !

 

Update:

Seit 2018 können die Betriebsdaten der Windkraftanlagen ab dem Betriebsjahr 2017 nun bei der gemeinsamen Veröffentllchugnsplattform der Netzbetreiber www.netztransparenz.de  wieder eingesehen werden. Dieser erneute Sinneswandel ist vermutlich darauf zurückzuführen, dass das EEG eine Veröffentlichung der vom Bürger bezahlten hohen Subventionierung des teuren Windkraftstroms unumstößlich macht. Betriebsdaten der Jahre 2014 bis 2016 sind jedoch nicht mehr zu bekommen.

 

Erträge der Windkraft-Industrieanlage in Simmersfeld-Seewald

2006/2007 wurde die damalige baden-württembergische 'Vorzeige-Windkraftanlage' in Simmersfeld-Seewald mit 14 Windrädern ( 4 x Vestas 80, 10 x Vestas 90, Investitionsvolumen 40 Millionen Euro) mit je 2 MW Nennleistung in optimaler Höhenlage auf 840m üdM und günstiger Kammlage errichtet. Damit befinden sich die Naben auf nahezu 1000m über dem Meer.

Vom Projektplaner Altus, der auch die Straubenhardter Anlage plant, wurde nach Messung der Windhöfigkeit in einer niedrigeren Höhe und Extrapolation auf Nabenhöhe eine überaus optimistische Erwartung von 2.300 Volllaststunden Stromertrag im Jahr 'errechnet'. Demzufolge müsste die Simmersfeld-Seewalder Anlage jährlich 28 MW x 2.300 h = 64.400 MWh Strom erzeugen.

Die nachfolgende Tabelle zeigt jedoch, wie die Realtiät in Simmersfeld aussieht: Von 2008 - 2013 erzeugte die Anlage mit tatsächlich 1409 Vollaststunden nur rund 60% der prognostizierten Strommenge und damit trotz der hohen Subventionierung von Windstrom statt geplanter Gewinne tatsächlich jährliche betriebswirtschaftliche Verluste in Millionenhöhe! Dazu kommen noch volkswirtschaftliche Verluste von über 2 Millionen Euro für die jährliche EEG-Förderung des geringwertigen Zufallsstroms, der an der Börse nur rund 10% der Kosten wieder erwirtschaftet:

 

Jahr

2008

2009

2010

2011

2012

2013

2008-2013

 
 

Ertrag in MWh 1

44556

33784

34162

42331

42241

39687

39460

 
 

% der Prognose

69,2%

52,4%

53,0%

65,7%

65,6%

61,6%

61,3%

 
 

Auslastung Volllaststunden

1591

1207

1220

1512

1509

1417

1409

 
 

Auslastung %

18,2%

13,8%

13,9%

17,3%

17,2%

16,2%

16,1%

 
 

Jahr

2008-2013

2014-2016

2017

2018

2019

2020

Durchschitt

 
 

Ertrag in MWh 1

39460

 

46741

40466

43875

 

40871

 
 

% der Prognose

61,3%

nicht

72,6%

62,8%

68,1%

 

63,5%

 
 

Auslastung Volllaststunden

1409

öffentlich

1669

1445

1566

 

1460

 
 

Auslastung %

16,1%

 

19,0%

16,5%

17,9%

 

16,7%

 

Altus hat aus den Erfahrungen zwischen Prognose und Realität in Simmersfeld offensichtlch den Schluss gezogen, dass in dem topografisch ungünstiger gelegenen Straubenhardt nun sogar 2.630 Volllaststunden zu erwarten seien? Dieser Fantasiewert wurde später (2016) mit Veröffentlichung des TÜV-Ertrags-Gutachtens zwar auf 2575 Vollasstunden reduziert, Die Prognose blieb aber immer noch im Reich der Wunschträume. Zwar sind die geplanten Straubenhardter Anlagen mit 200m Höhe statt 170m und 1,2 facher Rotorfläche etwas größer als die Simmersfelder Anlagen, bei vergleichbarer Windhöffigkeit werden die viel zu dicht geplanten Straubenhardter Anlagen sich aber gegenseitig den Wind nehmen. Mittelt man alle deutschen, überwiegend im windreicheren Norden gelegenen Windkraftanlagen, ergeben sich 1.550 Volllaststunden 2. Wieso nun ausgerechnet Straubenhardt derart aus der Masse nach oben ausreissen sollte, konnte der Projektplaner trotz wiederholter Nachfrage bei der Projektvorstellung am 29.07.2014 nicht begründen.

Wie wir in Gesprächen immer wieder feststellen, glauben manche Menschen, die Windkraft habe seit dem Bau der Simmersfelder Anlagen große Fortschritte gemacht, dass sich der Wirkungsgrad von Windkraftanlagen in den letzten Jahren wesentlich verbessert habe. Das ist jedoch Unsinn. Die Ingenieurskunst kennt schon seit rund 70 Jahren den idealen Propeller. Allerdings lässt sich die Anzahl der Volllaststunden eines Windrades dadurch steigern, dass man bei gleichen geometrischen Daten (Nabenhöhe, Rotordurchmesser) die elektrische Leistung des Generators reduziert (sog. Schwachwindanlagen). Durch zusätzliche Modifikation der Rotoren auf schwachen (energiearmen) Wind, lässt sich der Energieertrag bei geringen Windstärken (dann, wenn der Wind ohnehin wenig Energie enthält) zwar geringfügig steigern, gleichzeitig verliert das Windrad aber Ertrag bei den höheren energiereichen Windstärken. Bei identischem Einsatz von Ressourcen für den Bau des Windrades ändert sich der elektrische Jahresertrag eben praktisch nicht, sondern nur die öffentlichkeitswirksame Zahl der Volllaststunden und so wird den von den Windkraftlobbyisten unzureichend informierten Bürgern eine höhere Effizienz von Schwachwindanlagen vorgegaukelt.

Update 2020: Das erste Betriebsjahr von Straubenhardt liegt vor: Und es beweist sich, dass bei der ähnlich geringen Windhöffigkeit wie in Simmersfeld auch die Stromerzeugung auf ähnlich schlechtem Niveau liegt wie diejenige in Simmersfeld. Im ersten Betriebsjahr erwirtschafteten die Straubenhardter Anlagen (betriebszeitenbereinigt, da nicht das komplette Jahr am Netz, nur 62% des prognostizierten Stroms. TÜV Süd und die Altus AG, Karlsruhe scheinen also an chronischer Dyskalkulie (Rechenschwäche) zu leiden. Eine in Deutschland unter Windkraftplanern und -gutachtern weitverbreitete Krankheit.

Da heute die besten Lagen für Windräder in Deutschland längst besetzt sind, verlagert sich die Windkraftindustrie zunehmend darauf, Anlagen für immer schlechtere Standorte, sprich Anlagen für immer uneffektivere Stromerzeugung zu bauen. Schließlich lässt sich durch die hohe Subvention der Windkraft noch immer viel Geld vor allem für die Anlagenbauer und Planer wie die Altus AG verdienen. So sind 3,0 MW für die 200m hohen für Straubenhardt geplanten monströsen Siemens-Anlagen eine reichlich dürftige Nennleistung für die Menge verbrauchter Natur. Bei den zu erwartenden Vollaststunden (2630h errechnete der Planer, 1742,3h errechnete die Bürger-Initiative, 1596h waren es im ersten Betriebsjahr nun real !!), die jahresdruchschnittliche Leistung bei nur bei 900 kW (Planer) bzw. 600 kW (BI) bzw. 546 kW (Realität) liegt. Wie schon oben ausgeführt ist die Volllaststundenzahl, wenn auch allgemein üblich, ein sehr schlechtes Maß für die Bewertung der Energie-Effizienz von Windkraftanlagen. Sinnvoller wäre es - so wie jeder Unternehmer in einem normalen Marktsegment rechnen würde, das nicht durch extreme Subventionen völlig verzerrt wäre - die jährliche Stromerzeugung in Kilowattstunden je Euro Windradinvestition zu messen. Hier würde schnell sichtbar werden, dass Windkraft durch Massenfertigung zwar geringe Fortschritte erreicht hat, die wundersame Effizienzvervielfachung der sogenannten Schwachwindräder aber in das große Reich der Erneuerbaren Fabeln gehört.

Letztendlich kann ein Windrad theoretisch 61%, in der Praxis aber prinzipiell nur ca. 50% der im Wind enthaltenen Energie entnehmen. Der Betrag des erzeugten Windstroms hängt nur vom Rotordurchmesser und der Windgeschwindigkeit des Standortes ab. Vergrößern wir diese Größen durch längere Rotoren oder höhere Masten, steigen eben auch die Herstellungkosten einer Anlage in ähnlichem Maße

 

1) Quelle: Öffentliche Einspeisedaten Transnet BW bzw. ab 2017 Netztransparenz.de

http://www.transnetbw.de/de/eeg-kwk-g/eeg/eeg-anlagendaten?netzbetreiber=0&plz=72226&spannungsebene=0&inbetriebnahme=0&wind=1

http://www.netztransparenz.de

 

2) 2012 waren in Deutschland WKA mit einer Gesamtleistung von 30.127 MW  installiert. Diese erzeugten 46.670.000 MWh Strom.

Das entspricht 1549 Volllaststunden oder einer Verfügbarkeit von 8760 Jahresstunden / 1549 Volllaststunden = 17,7 %.

Quelle: Energiewirtschaftliches Institut FH Aachen, Prof. Dr. Helmut Alt

http://www.alt.fh-aachen.de/downloads//Vorlesung%20EV/Hilfsb%20123-13%20Wind+Solarleistung%201-12%202012.pdf